Kirchentag: Kreuzberger Gemeinde lädt zum Streiten ein

Berlin (epd). Ganz in Kreuzberger Tradition wird die evangelische Emmaus-Ölberg-Gemeinde während des am Mittwoch beginnenden 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin ihren eigenen Weg gehen. Dem offiziellen Kirchentagsmotto „Die siehst mich!“ setzt die Gemeinde ein „auch im Streit!“ hinzu und lädt zwischen Donnerstag und Samstag in ein „Themenzentrum Streitkultur“ ein, dass nicht Bestandteil des offiziellen Kirchentags-Programms ist. Gestritten werden soll dabei über vieles, von Asylrecht und Gentrifizierung über die Rolle der Medien bis zu Frauenrechten, wie Gemeindepfarrer Jörg Machel dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Auf dem Programm stehen Podien wie „Mit Luther, Marx und Papst – die kapitalistische Zivilisation überwinden“ unter anderem mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) und ein „Streit um die Garnisonkirche“ in Potsdam, deren geplanter Wiederaufbau auch innerkirchlich umstritten ist. Bei „Streiten für die Wahrheit! Die Rolle der Medien“ sitzen unter anderem die frühere Berliner Pröbstin Friederike von Kirchbach und Karsten Kammholz, Chefreporter bei der Funke Mediengruppe, auf dem Podium. Angekündigt werden zudem die Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Seyran Ates, der Papst-Kritiker Eugen Drewermann und der Publizist Franz Alt.

Das erweiterte Kirchentagsmotto sei eine Ansage an die Weltlage, sagte Gemeindepfarrer Machel der „tageszeitung“ (Montag). „Wir denken, dass Streit nötig ist, er muss bloß nach bestimmten Regeln erfolgen.“ Mit dem „Streitzentrum“ gehe es auch nicht darum, sich von der anderen Kirchenlandschaft zu distanzieren. Um Teil des offiziellen Kirchentags-Programms zu werden, hätten „x Anträge“ gestellt und jede einzelne Veranstaltung von Gremien beschlossen werden müssen. „An dieser Stelle sind wir als Kreuzberger zu freiheitsliebend“, sagte Machel.

Progamm der Emmaus-Ölberg-Gemeinde zum Kirchentag

epd lob kfr

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