Archiv der Kategorie: Allgemein

Syrische Zivilgesellschäft erfolgreich gegen Extremisten – ohne militärische Intervention

Julia Taleb berichtet auf Waging Nonviolence darüber, wie in Idlib die Organisationen der Zivilgesellschaft die islamische Jeish al-Fateh (die das Gebiet 2015 erobert haben) erfolgreich aus den Strukturen der lokalen Selbstverwaltung zurückdrängen konnten. Ein ermutigendes Beispiel für die Möglichkeiten zivilen Widerstandes gegen Gewalt und Terror. Unsere Veranstaltung ‚Gewaltfrei gegen Terror‘ wird nicht-militärische Anbtworten auf den sog. ‚Islamischen Staat‘ vorstellen: Fr, 26.5, 16 Uhr

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Syrian women protest extremists in Idlib City

Syrische Frauen protestieren gegen islamische Extremisten in Idlib

Friedenskundgebung Samstag 27. Mai 2017

Wir weisen gerne auf die Einladung der Gesellschaft Kultur des Friedens hin:

Friedenskundgebung und Menschenkette für den Frieden zwischen der US-amerikanischen und Russischen Botschaft anlässlich des Evangelischen Kirchentages in Berlin

Samstag, 27. Mai 2017, 15 Uhr
in Berlin am Brandenburger Tor, Pariser Platz

“ Lets make Peace Great Again… give peace a Chance! „

Krieg, Armut, Ausgrenzung überwinden – für eine Kultur des Friedens

u.a. mit einer Friedensbotschaft von Michail Gorbatschow „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg „

Aufgrund der zugespitzten politischen und militärischen Situation in verschiedenen Konfliktregionen dieser Welt ruft die Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF) zusammen mit Initiativen aus dem Bereich der Zivilgesellschaft am Samstag 27. Mai 2017 in Berlin zu einer Friedenskundgebung in Berlin auf u.a. mit einer Friedensbotschaft von, Michail Gorbatschow „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg “ dem Journalisten Franz Alt, der Sängerin
Nina Hagen, der Menschenrechtlerin Malalai Joya, dem Sänger Shekib Mosadeq aus Afghanistan, Stimmen aus der US-amerikanischen Friedensbewegung, Theodorakis Ensemble und Grussworten des Komponisten Mikis Theodorakis, Konstantin Wecker und Federico Mayor (ehem. UNESCO -Generaldirektor)

Die NATO-Staaten treffen sich erstmals mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump am 25. Mai 2017 in Brüssel, um neue Aufrüstungsprogramme zu beschließen, an denen auch die Bundesregierung mitwirken soll.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama wird auf dem ev. Kirchentag in Berlin am Do 25.5. 2017 am Brandenburger Tor zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Glauben und Politik sprechen.

Am Sa 27.5. 2017, 15 Uhr werden am Brandenburger Tor, Friedensinitiativen, Solidaritätsbewegungen, Entwicklungs-und Umweltverbände, Menschenrechtsgruppen gegen Krieg, Armut und Ausgrenzung für eine Kultur des Friedens demonstrieren.

Die Kundgebungsteilnehmer/Innen bilden zum Abschluss , c.a. 16.30 eine Menschenkette zwischen der US – Botschaft (Pariser Platz) und der Botschaft der Russischen Föderation (unter den Linden) als ein Zeichen des des Friedens und der Verständigung.

Kontakt: Henning Zierock, Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF)

Kirchentag: Kreuzberger Gemeinde lädt zum Streiten ein

Berlin (epd). Ganz in Kreuzberger Tradition wird die evangelische Emmaus-Ölberg-Gemeinde während des am Mittwoch beginnenden 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin ihren eigenen Weg gehen. Dem offiziellen Kirchentagsmotto „Die siehst mich!“ setzt die Gemeinde ein „auch im Streit!“ hinzu und lädt zwischen Donnerstag und Samstag in ein „Themenzentrum Streitkultur“ ein, dass nicht Bestandteil des offiziellen Kirchentags-Programms ist. Gestritten werden soll dabei über vieles, von Asylrecht und Gentrifizierung über die Rolle der Medien bis zu Frauenrechten, wie Gemeindepfarrer Jörg Machel dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Auf dem Programm stehen Podien wie „Mit Luther, Marx und Papst – die kapitalistische Zivilisation überwinden“ unter anderem mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) und ein „Streit um die Garnisonkirche“ in Potsdam, deren geplanter Wiederaufbau auch innerkirchlich umstritten ist. Bei „Streiten für die Wahrheit! Die Rolle der Medien“ sitzen unter anderem die frühere Berliner Pröbstin Friederike von Kirchbach und Karsten Kammholz, Chefreporter bei der Funke Mediengruppe, auf dem Podium. Angekündigt werden zudem die Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Seyran Ates, der Papst-Kritiker Eugen Drewermann und der Publizist Franz Alt.

Das erweiterte Kirchentagsmotto sei eine Ansage an die Weltlage, sagte Gemeindepfarrer Machel der „tageszeitung“ (Montag). „Wir denken, dass Streit nötig ist, er muss bloß nach bestimmten Regeln erfolgen.“ Mit dem „Streitzentrum“ gehe es auch nicht darum, sich von der anderen Kirchenlandschaft zu distanzieren. Um Teil des offiziellen Kirchentags-Programms zu werden, hätten „x Anträge“ gestellt und jede einzelne Veranstaltung von Gremien beschlossen werden müssen. „An dieser Stelle sind wir als Kreuzberger zu freiheitsliebend“, sagte Machel.

Progamm der Emmaus-Ölberg-Gemeinde zum Kirchentag

epd lob kfr

Fahrplan für den nächsten Deutschen Bundestag

Inhaltlich breit angelegt und creativ gestaltet der ‚Fahrplan für den nächsten Deutschen Bundestag‚, den die Kampagne Bürgerbündnis 2017 aus den Forderungen der ‚Zivilgesellschaft‘ erstellt hat: Reiseziel friedensfähiges, nachhaltig handelndes Deutschland. Die Kampagne Bürgerbundnis 2017 stellt sich auch im Rahmen der Friedenswerkstatt Pankow in Berlin Freitag 26. Mai, 16:00 vor: https://www.friedenswerkstatt-pankow.de/friedenssteuer/

PM Berliner Memorandum „Sicherheit neu denken – Wege des Friedens in Europa“

Pressemitteilung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie auf die Vorstellung des

Berliner Memorandums „Sicherheit neu denken – Wege des Friedens in Europa“

hinweisen und zugleich dazu herzlich einladen. Die Vorstellung findet statt während der „Friedenswerkstatt Pankow“ am Rande des Evangelischen Kirchentages 2017 : Sicherheit neu denken

am Freitag, den 26. Mai 2017, 19.30 Uhr

im Evangelischen Gemeindehaus in Pankow, Breite Straße 38, 13187 Berlin.

Mit einer Resolution beim Kirchentag in Stuttgart (2015) hatte ein ökumenischer Freundeskreis in Berlin ein Memorandum zu den Fragen von Frieden und Sicherheit  in Europa angeregt. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland übertrug daraufhin die Erarbeitung eines solchen Memorandums der Forschungsstätte der  Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg. Das von sechs Autoren erarbeitete Memorandum liegt jetzt vor und wird am 26. Mai erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt von

  • Dr. Ines-Jacqueline Werkner, Forschungsstätte der  Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg und
  • Prof. Dr. Konrad Raiser, früherer Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf.

Erste Bewertungen nehmen vor

  • Karsten D. Voigt, ehem. Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit und
  • Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D..
  • Moderation: Dr. Joachim Braun

Hintergrund:

Als die Evangelischen Kirche in Deutschland im Jahr 1965 mit der heute legendären Ostdenkschrift für die Anerkennung der Oder/Neiße- Grenze und für die Aussöhnung mit Polen warb, herrschte Kalter Krieg in Europa. Die Denkschrift hat trotz innenpolitischer  Kontroversen eine neue Ost-Politik der Bundesrepublik nachhaltig befördert und damit Wege zu einer gesamteuropäischen Friedensordnung vorbereitet.

Hier setzt das Berliner Memorandum an. Die heutige Situation ist mit der vor zweiundfünfzig Jahren nicht vergleichbar, aber die sich zuspitzenden Kontroversen und Krisen zwischen West und Ost, zwischen NATO und Russland, zwischen EU- Erweiterung und Krim- Annexion verlangen geradezu, von neuem nach Wegen der Friedenssicherung zu suchen.

Die zentralen Aussagen des Memorandums lauten:

  • Der konfrontative Umgang mit politischen Unterschieden gefährdet Sicherheit und Frieden in Europa. In Europa müssen politische Unterschiede toleriert und Sicherheit in Europa muss neu gedacht werden. Nicht Sicherheit voreinander, sondern gemeinsame Sicherheit muss das Ziel sein.
  • Eine gemeinsame Friedensordnung in Europa kann nicht gegen und in Abgrenzung von Russland entstehen. Das Sicherheitsbedürfnis aller europäischen Staaten muss  anerkannt werden. Dazu gehört das Sicherheitsbedürfnis Russlands ebenso wie das seiner unmittelbaren Nachbarn.
  • Eine gesamteuropäische Friedensordnung erkennt gesellschaftliche Differenzen an und leugnet sie nicht. Sie baut aber auf ein vernunftorientiertes Miteinander, das auf Freund- Feind- Schemata verzichten kann. Damit könnte auch der entstandenen Entfremdung und Abschottung begegnet werden. Wechselseitige Schuldzuweisungen gilt es zu überwinden.
  • Ein Konzept gemeinsamer Sicherheit erkennt die Autonomie des Anderen an und hofft darauf, das Frieden durch Kooperation und Ausgleich der Interessen erreicht werden.

Soweit zum Hintergrund. Wir würden uns über ihre Teilnahme freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Hans Misselwitz

Kontakt: kontakt@friedenswerkstatt-pankow.de

Pressemitteilung der EAK zum Gottesdienst der Militärseelsorge mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Kirchentag in Berlin

18.5.2017

EAK: Verteidigungsministerin auf der Kanzel
ist eine „nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt“

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat eine deutliche Kritik an der geplanten Predigt von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem Bittgottesdienst für den Frieden der Militärseelsorge beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin geäußert. In einem Schreiben an den evangelischen Militärbischof Dr. Sigurd Rink sieht der evangelische Friedensverband hier eine „nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt, Auftrag und Mandat“, das durch die Spitzenämter der Bundesministerin für Verteidigung und unter der geistlichen Verantwortung des Bischofs für die evangelische Seelsorge in der Bundeswehr geschehe.

Das Bundesverteidigungsministerium habe einen politischen Auftrag und ein politisches Mandat, betont der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow in dem Schreiben. Der Militärbischof habe dagegen einen geistlichen Auftrag und ein geistliches Mandat. „Der Vermischung im Blick auf die geplante Predigt der Bundesministerin für Verteidigung als öffentliche Wortverkündigung müssen wir widersprechen“, unterstreicht der EAK-Vorsitzende. Es sei ein „fatales Signal im Jubiläumsjahr der Reformation, wenn diese für evangelisches Christentum charakteristische Unterscheidung von geistlichem und weltlichem Amt nicht berücksichtigt und übergangen wird“, so Münchow.

Die Brisanz würde nach Ansicht des evangelischen Friedensverbandes durch die Außenwirkung verschärft. „Alte Klischees bekommen neue Nahrung, an denen selbst sachgemäße Informationen zum Gottesdienst und zum Inhalt der Predigt erfahrungsgemäß kaum etwas ändern werden. Die Strukturierung des Bittgottesdienstes mit Bundesverteidigungsministerin und Militärbischof als Prediger wird als Schulterschluss wahrgenommen und als Vitalisierung der Verbindung von Thron und Altar gewertet werden“, befürchtet die EAK in ihrem Schreiben. Das gebe einen zusätzlichen Auftrieb für die immer wieder kolportierte Meinung, dass die Kirche die Waffen segne.

Dieser Gottesdienst beim Deutschen Evangelischen Kirchentag könne zu dem Eindruck führen, dass der „ultima ratio“ für Gewalt gegenüber der „prima ratio“ der vorrangigen Option für Gewaltfreiheit und nichtmilitärische Konfliktlösungen am Ende faktisch der Vorzug gegeben werde, befürchtet die EAK in ihrem Schreiben an den EKD-Militärbischof. „Würde eine Friedensfachkraft predigen, die zum Beispiel für zivile, nichtmilitärische Konfliktprävention tätig war, wäre solchen Folgerungen der Boden entzogen“, betont Christoph Münchow.

Seitens des evangelischen Friedensverbandes gebe es keine grundsätzlichen Bedenken, wenn die Bundesverteidigungsministerin beim Deutschen Evangelischen Kirchentag an Podiumsdiskussionen teilnehme oder eine Bibelarbeit auf dem Kirchentag übernehme. Dies gelte aber nicht bei der Übernahme des Predigtdienstes in einem Gottesdienst, mahnt die EAK. „Eine Predigt unterliegt engeren Kriterien als eine Podiumsdiskussion oder ein Grußwort in einem Gottesdienst oder eine Bibelarbeit“, gibt Christoph Münchow zu bedenken. Dies werde auch in der Ökumene deutlich wahrgenommen, befürchtet die EAK. Und es sei ein Ärgernis für Menschen, die sich besonders tatkräftig im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland für die Friedensarbeit engagieren, ist Münchow überzeugt.

Unterstützt wird die EAK in ihrer Kritik an dem Gottesdienst der Militärseelsorge beim Berliner Kirchentag auch von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). „Wir stehen hinter dieser Einschätzung der EAK“, unterstreicht AGDF-Vorsitzender Horst Scheffler. Die AGDF ist Mitglied der EAK. Scheffler verwies darauf, dass die AGDF bereits im Januar den EKD-Militärbischof Sigurd Rink aufgefordert habe, den Gottesdienst auf dem Kirchentag einladend für alle Gläubigen zu gestalten, auch für diejenigen, in deren Ländern die Bundeswehr militärisch aktiv sei, wie auch für diejenigen, die Militär aus christlichen Gründen grundsätzlich ablehnen würden.

Kontakt:
Dieter Junker
Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD
Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0228-24999-0
Fax: 0228-24999-20
Mobil 0171 4161087
junker@evangelische-friedensarbeit.de

„Wir halten unser Schweigen nicht mehr aus“

5. Mai 2017/dj
P R E S S E M I T T E I L U N G der AGDF
„Wir halten unser Schweigen nicht mehr aus“
Friedenskreis Pankow besteht seit mehr als 30 Jahren – Friedenswerkstatt während des
Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Berlin

Ende Mai ist während des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Berlin der Friedenskreis
Pankow Gastgeber für die Friedenswerkstatt, bei der 15 Friedensgruppen in 27 Veranstaltungen, Workshops, Kulturbeiträgen, Gebeten und Gottesdiensten zeigen wollen, dass Gewaltfreiheit und Versöhnung kraftvolle Alternativen zu Krieg und Gewalt sind. Zwei Veranstaltungen, die der Friedenskreis selbst anbietet, sind überschrieben mit dem Titel „Unsere Empörung – unsere Hoffnung“. Damit erinnert der Friedenskreis Pankow an seine Anfänge vor 35 Jahren, an einen Aufbruch aus dem Schweigen und die Suche nach Alternativen.

„Gegen Todsicherheit – für den Frieden“, so lautete das Motto eines Gemeindefestes, zu dem
die evangelische Kirchengemeinde Alt-Pankow am 24. Oktober 1981 eingeladen hatte. Damals
unterschrieben rund 250 Besucher ein Schreiben an Bischof Gottfried Forck von der
Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. „Wir halten unser Schweigen nicht mehr aus“, so hieß die Überschrift dieses Schreiben. Es war mehr als ein Aufruf, es war ein Programm sich
einzumischen. Das Gemeindefest sollte zur Geburtsstunde des Friedenskreises Pankow werden, denn vier Wochen später trafen sich am 27. November 1981 rund 50 Gemeindemitglieder, um den Friedenskreis Pankow als Teil der Kirchengemeinde zu gründen. Er war zu diesem Zeitpunkt die erste unabhängige Friedensgruppe in Berlin.

Das Gemeindefest in Pankow fand 14 Tage vor der bis dahin größten Friedensdemonstration im
Bonner Hofgarten statt. Es war die Zeit der atomaren Hochrüstung im Westen wie im Osten, in
der sich der Friedenskreis gründete. Die Fronten des Kalten Krieges hatten sich verschärft, eine
zunehmende Aufrüstung bestimmte die Sicherheitspolitik. Das Verhältnis von Ost und West war
von Misstrauen geprägt, in Polen entstand eine unabhängige Gewerkschaft, die USA begannen
mit den Planungen für ein Raketenabwehrsystem SDI, die Sowjetunion marschierte in
Afghanistan ein. Im Warschauer Pakt wurden Mittelstreckenraketen vom Typ SS 20 stationiert,
die NATO antwortete mit der sogenannten Nachrüstung, also der Stationierung von Pershing II
und Cruise Missiles. Zwischen den Supermächten herrschte Eiszeit.

In dieser Zeit entstanden auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs Friedensgruppen, die sich
gegen dieses Wettrüsten engagierten und für eine Friedens- und Entspannungspolitik warben.
Im Westen gab es die ersten Großdemonstrationen der Friedensbewegung, im Osten gründeten sich, so wie in Pankow, Friedenskreise und Gruppen als regierungsunabhängige
Friedensbewegung.

Schnell entwickelten sich im Friedenskreis Pankow Arbeitsformen, die basisdemokratisch
aufgebaut waren. Bei den Treffen der Gruppe ging es um Fragen der Friedenserziehung, der
Gewaltlosigkeit, eine alternative Friedenspolitik, aber auch um die Bedrohung der natürlichen
Lebensbedingungen und die zunehmend wahrnehmbare Zerstörung der Umwelt. Mit seiner
Arbeit machte der Friedenskreis Pankow in der DDR diese tabuisierten Themen öffentlich, was
rasch zu staatlichen Gegenmaßnahmen führte. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
beobachtete die Aktivitäten der Gruppe, es wurden inoffizielle Mitarbeiter des MfS
eingeschleust, die den Friedenskreis ausspähen, aber auch sabotieren sollten. Dennoch gelang
es dem Friedenskreis, sich bis zum Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges zu einem
wichtigen Diskussionsort für diese kritischen Themen, für Umwelt- und Friedensfragen zu
entwickeln.

Während der Umbruchphase 1989/90 spielten viele Mitglieder des Friedenskreises Pankow eine
wichtige Rolle. Hans Misselwitz, 1981 einer der maßgeblichen Initiatoren des Friedenskreises,
wurde beispielsweise SPD-Volkskammerabgeordneter und Staatssekretär im DDRAußenministerium, seine Frau Ruth, damals wie heute Gemeindepfarrerin in Pankow und
ebenfalls Initiatorin des Friedenskreises, moderierte den Runden Tisch in Pankow. Werner
Schulz wurde für Bündnis 90 Mitglied in der Volkskammer und wirkte am zentralen Runden
Tisch der DDR mit, später war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Weitere bekannte
Friedenskreis-Mitglieder der damaligen Jahre waren die spätere CDU-Politikerin Vera Lengsfeld,
die Künstlerin Freya Klier und viele mehr.

Nach der Wiedervereinigung engagierten sich Mitglieder des Friedenskreises Pankow in den neu gegründeten Parteien, in Bürgerbewegungen oder Nichtregierungsorganisationen. Auch wenn dadurch die Arbeit im Friedenskreis etwas in den Hintergrund trat, blieb das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung bestehen, bis heute. Der Friedenskreis Pankow wurde Mitglied des Trägerkreises „Atomwaffen abschaffen – bei uns anfangen“. Die Zeiten änderten sich, die Themen blieben.

„Damals wie heute bewegt den Friedenskreis die Empörung über Aufrüstung, Militarisierung der Politik und ungerechte Verhältnisse. Dass dagegen erneut Widerstand von unten wächst, das ist unsere Hoffnung“, betont Hans Misselwitz. Er ist nun an der Vorbereitung der Friedenswerkstatt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin beteiligt.

Denn es ist kein Zufall, dass diese Friedenswerkstatt an einem Ort stattfindet, der auf eine solch
lange, friedensbewegte Geschichte zurückblicken kann. Und genauso wie vor mehr als 30 Jahren soll in Pankow wieder gezeigt werden, dass Gewaltfreiheit und Versöhnung kraftvolle
Alternativen zu Bomben und Terror darstellen. Und es soll deutlich werden, dass es Menschen
gibt, die in Worten und Taten Frieden stiften wollen, die zeigen, wie aktive Gewaltlosigkeit,
respektvolle Kommunikation und christlicher Pazifismus dazu beitragen können, Feindbilder zu
überwinden, Gewalt zurückzudrängen und Perspektiven auf einen gerechten Frieden zu
entfalten. „Wir wollen an diesen Tagen während des Kirchentags Perspektiven auf einen gerechten Frieden entfalten“, so die Pankower Gemeindepfarrerin Ruth Misselwitz.

Infos: www.friedenswerkstatt-pankow.de, www.friedensdienst.de, www.friedenskreispankow.
de

Handbuch für Friedensstiftertrainings

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Dies ist das Handbuch für Friedensstiftertrainings. In diesem Buch sind alle Übungen des Friedensstiftertrainings enthalten. natürlich auch das beliebte Beleidigungsroulette und das Elefantenspiel

Bei der Friedenswerkstatt 25. – 27.5. Berlin haben wir einen Workshop der spezielle Jungendliche für die Friedensarbeit anspricht: Globaler Frieden goes Mainstream

Neue Veranstaltungen

Wir freuen uns, dass wir noch eine zwei weitere spannende Veranstaltung in unser Programm aufnehmen konnten:

Auf der Grenze von West und Ost

Gerhard Rein, Autor des gleichnamigen Buches, im Gespräch mit Joachim Garstecki, ehem. Referent für Friedensfragen beim Bunde der Evangelischen Kirchen in der DDR

Donnerstag, 25. Mai 2017, 19.30 Uhr, Gemeindehaus Pankow

Sicherheit neu denken – Wege des Friedens in Europa

Prof. Dr. Konrad Raiser und Dr. Ines-Jacqueline Werkner diskutieren mit Karsten D. Voigt und Ludger Volmer über das gleichnamige „Berliner Memorandum“. Moderation: Dr. J. Braun

Freitag, 26. Mai 2017, 19.30 Uhr, Gemeindehaus

Veranstalter ist für beide der Friedenskreis Pankow